Wie wird die Einstufung von Lebensmittelzusatzstoffen festgelegt?

Julie
Aktualisiert am 24/2/26 von Julie

Ein Lebensmittelzusatzstoff wird bei Yuka als rot (riskant) 🔴 eingestuft, wenn alle drei folgenden Kriterien erfüllt sind:

1. Schwere gesundheitliche Auswirkungen

Der Zusatzstoff selbst oder potenzielle Verunreinigungen, die er enthalten kann, stehen im Zusammenhang mit schweren gesundheitlichen Auswirkungen. Als schwerwiegend gelten Effekte, die das Risiko für chronische oder schwere Erkrankungen deutlich erhöhen können, etwa Krebserkrankungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Typ-2-Diabetes oder toxische Wirkungen auf ein oder mehrere Zielorgane (z. B. Bauchspeicheldrüse, Leber, Nieren). Zu den schwerwiegenden Effekten zählen außerdem komplexe biologische oder metabolische Störungen, wie Beeinträchtigungen des endokrinen, reproduktiven oder nervlichen Systems, Aufmerksamkeits- und Verhaltensstörungen sowie Schädigungen der DNA.

2. Hohes Evidenzniveau

Der Zusammenhang zwischen dem Zusatzstoff und mindestens einer seiner schweren gesundheitlichen Auswirkungen stützt sich auf belastbare wissenschaftliche Belege, die sich ergeben aus:

  • einer offiziellen Bewertung oder Einstufung durch eine anerkannte Referenzbehörde (z. B. IARC, EFSA, ECHA, BfR, ANSES, Health Canada, JECFA, FDA, OEHHA, usw.); und/oder
  • einem Bündel übereinstimmender wissenschaftlicher Beweise, die aus mehreren komplementären methodischen Ansätzen stammen (Tierversuche, In-vitro-Studien, epidemiologische Studien usw.).
3. Als gesundheitlich bedenklich eingeschätzte Exposition

Die geschätzte Exposition der Verbraucher kann gesundheitlich bedenkliche Werte erreichen oder überschreiten sowie eine unzureichende Sicherheitsmarge aufweisen, für die gesamte Bevölkerung oder für bestimmte Bevölkerungsgruppen (einschließlich bestimmter Altersgruppen oder spezifischer Regionen).

Unsere Bewertung der Exposition berücksichtigt insbesondere, je nach Verfügbarkeit der Daten:

  • die geschätzte Konzentration des Zusatzstoffs in den Produkten (gemeldete Verwendungsdaten, Analysedaten, zulässige Höchstwerte, Schätzungen von Gesundheitsbehörden),
  • die Häufigkeit und die konsumierten Mengen dieser Produkte (Daten aus Marktstudien und/oder Lebensmittelverzehr-Datenbanken),
  • die kumulative Exposition, die sich aus der Präsenz eines Zusatzstoffs in zahlreichen Produkten des täglichen Konsums ergibt,
  • verschiedene Bevölkerungsgruppen, insbesondere Säuglinge, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Schwangere und ältere Menschen.

Das wissenschaftliche Team von Yuka betrachtet das Expositionsniveau als gesundheitlich bedenklich, wenn bei der gesamten Bevölkerung oder bei einem Teil der Bevölkerung mindestens eine der folgenden Situationen beobachtet wird:

  • ein mögliches Überschreiten der akzeptablen täglichen oder wöchentlichen Aufnahmemenge (ADI bzw. TWI), die von einer Risikobewertungsbehörde (insbesondere EFSA oder JECFA) festgelegt wurde,
  • ein Überschreiten eines Niveaus, bei dem schädliche Wirkungen in einer oder mehreren Studien mit hohem Evidenzniveau nachgewiesen wurden, gemäß den toxikologischen Standards offizieller Institutionen (z. B. IARC, JECFA, EFSA oder INERIS), die jedoch in offiziellen Bewertungen nicht berücksichtigt wurden,
  • das Fehlen eines Expositionsschwellenwerts, der als gesundheitlich sicher gelten kann. Denn bei bestimmten Substanzen, insbesondere bei solchen mit genotoxischem Risiko, kann selbst eine sehr geringe Exposition theoretisch eine schädliche Wirkung verursachen. In diesem Fall empfehlen Risikobewertungsbehörden, die Exposition auf das niedrigstmögliche Niveau zu senken, da keine Dosis als völlig frei von schädlichen Wirkungen angesehen werden kann.

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Ein Zusatzstoff wird als orange (mäßiges Risiko) 🟠 eingestuft, wenn die drei oben genannten Kriterien nicht vollständig erfüllt sind. So kann es beispielsweise sein, dass die verfügbaren wissenschaftlichen Daten auf einen potenziell schädlichen Effekt hinweisen, jedoch nicht ausreichen, um das Risiko mit einem zufriedenstellenden Grad an Sicherheit zu charakterisieren. Ebenso kann die ernährungsbedingte Exposition als relevant eingeschätzt werden, ohne jedoch Werte zu erreichen, die als besonders besorgniserregend gelten oder die einen gesundheitlichen Risikoschwellenwert überschreiten könnten.

Ein Zusatzstoff wird als gelb (geringes Risiko) 🟡 eingestuft, wenn die gesundheitlichen Auswirkungen als weniger besorgniserregend gelten, etwa bei Verdauungsbeschwerden, einem möglichen allergenen Potenzial, einem möglichen Beitrag zu Übergewicht oder einem moderaten Einfluss auf das Darmmikrobiom. Er wird ebenfalls dieser Kategorie zugeordnet, wenn der beobachtete unerwünschte Effekt zwar relevant ist, das wissenschaftliche Evidenzniveau jedoch bis heute unzureichend bleibt. In diesen Fällen gilt das Risiko als vermutet.

Ein Zusatzstoff wird als grün (kein Risiko) 🟢 eingestuft, wenn bis heute kein Risiko für die menschliche Gesundheit bei den in Lebensmitteln verwendeten Mengen durch wissenschaftliche Quellen mit einem robusten Evidenzniveau identifiziert wurde, wie oben beschrieben.

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